Hüftgelenksdysplasie (HD) beim Hund

Welpenfutter

Ob bei Rassehunden oder Mischlingen, jung oder alt, das Wort Hüftgelenksdysplasie (HD) ist oft zu finden. Was bedeutet es für einen Welpenbesitzer, wenn die Eltern HD frei sind, was ist HD genau, wodurch entsteht es, wie sind die Symptome und wie kann man es behandeln.
Über die Hüftgelenksdysplasie kann man wahrlich Romane schreiben und der folgende Text ist eher eine kurze Zusammenfassung.

Betroffen können alle Rassen sein oder Mischlinge sein und auch der Schäferhund, mit dem diese Krankheit oft assoziiert wird, ist bei weitem nicht die einzige Rasse, die damit Probleme hat. Setter, Bernhardiner, Golden Retriever und Labradore sind ebenfalls oft betroffen.

Was ist HD (Hüftgelenksdysplasie) ?

Die HD ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenkes. Der Oberschenkelkopf liegt nicht ausreichend tief in der Hüftpfanne und ist damit locker. Durch die entstehende Reibung des lockeren Gelenkes degenerieren der Knorpel sowie der Knochen, dies führt im Laufe des Hundelebens zu einer Arthrose.

Wodurch entsteht HD (Hüftgelenksdysplasie) ?

HD ist auf jeden Fall genetisch bedingt, allerdings ob es vollständig von der Genetik abhängt, oder doch Fütterung und Haltung auch noch entscheidend eine Rolle spielen, ist von Wissenschaftlern und Tierärzten noch nicht ganz geklärt und sorgt für teilweise deutlich unterschiedliche Aussagen.

Generell sollten junge Hunde nicht übermäßig gefüttert werden, dass sie zu dick werden, dies belastet die Gelenke im Allgemeinen stark.
Wie schon im vorherigen Artikel beschrieben ist es nicht ratsam, die noch sehr weichen Gelenke übermäßig zu belasten, auch hier kann nicht nur das Hüftgelenk geschädigt werden. Joggen, Fahrradfahren und längere Wandertouren verschiebt man besser, bis der Hund ca. 12 Monate alt ist, bei sehr großen Hunden 15-18 Monate.

Diagnostik der Hüftgelenksdysplasie

Eine sichere HD-Diagnostik gibt es nur durch ein Röntgenbild unter Vollnarkose. Die Narkose ist zwingend notwendig, da die Prozedur für den Hund nicht unbedingt angenehm ist.
Man unterscheidet zwischen der s.g. „FCI-Lagerung“ und der „PennHip-Methode“.

Bei der „FCI-Lagerung“ wird die Hüfte in Überstreckung gebracht und auf dem Röntgenbild später der Norberg-Winkel gemessen.

  • A = HD frei: In jeder Hinsicht unauffällige Gelenke, Norberg-Winkel 105° oder mehr. Manchmal noch A1 wenn der Pfannenrand den Oberschenkelknochen noch weiter umgreift.
  • B = HD-Verdacht: Schenkelkopf oder Pfannendach sind leicht ungleichmäßig und der Norberg-Winkel beträgt 105° (oder mehr), oder Norberg-Winkel kleiner als 105° aber gleichförmiger Schenkelkopf und Pfannendach.
  • C = Leichte HD: Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind ungleichmäßig, Norberg-Winkel 100° oder kleiner. Eventuell leichte arthrotische Veränderungen.
  • D = Mittlere HD: Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind deutlich ungleichmäßig mit Teilverrenkungen. Norberg-Winkel größer 90°. Es kommt zu arthrotischen Veränderungen und/oder Veränderungen des Pfannenrandes.
  • E = Schwere HD: Auffällige Veränderungen an den Hüftgelenken (beispielsweise Teilverrenkungen), Norberg-Winkel unter 90°, der Pfannenrand ist deutlich abgeflacht. Es kommt zu verschiedenen arthrotischen Veränderungen.

Eine weitere Möglichkeit ist die „PennHip“- Methode.
Bei dieser Röntgenuntersuchung werden die Hunde anders gelagert und es wird mit Hilfe eines s.g. „Distraktionsindex“ ein Wert ermittelt, dies ist die Messung der angeborenen Hüftlaxizität, also der Abstand, der zwischen Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne durch Distraktion möglich ist.
Hunde mit festen Hüften haben eine geringere Wahrscheinlichkeit HD-Symptome zu entwickeln wie Hunde mit lockeren Gelenken.

Hüftgelenksdysplasie

Röntgen beim Tierarzt

Symptome Hüftgelenksdysplasie

Die Symptome können sehr unterschiedlich sein und hängen von der Stärke der Erkrankung ab. Bei jungen Hunden kommt es oft vor, dass sie sich ungern bewegen, da ihnen die Bewegung Schmerzen bereitet.
Bei älteren Hunden verstärken sich die Symptome oft. Der Hund geht oft instabiler und wirkt wackeliger, auch ein s.g. „Hasenhoppeln“ kann beim Hund im Galopp beobachtet werden.

Behandlung von Hüftgelenksdysplasie

Zunächst muss man leider sagen, dass eine HD nicht heilbar ist, doch es ist auch nicht die „schlimmst mögliche“ Diagnose, die man als Hundehalter bekommen kann 
Je nach Schweregrad und evtl. nötiger Behandlung kann ein „HD-Hund“ ein relativ normales Leben führen.
Die Therapien reichen von der Gabe von Medikamenten die entzündungshemmend und schmerzstillend sind, über verschiedene OP-Verfahren, der Gabe von Futterergänzungsmitteln und Physiotherapie mit z.B. Massagen, Akupunktur, Blutegeln.
Die Wahl der Therapie wird von Tierarzt, Tierheilpraktiker oder Physiotherapeut (im Idealfall von allen Beteiligten zusammen) festgelegt und ergänzen sich gegenseitig.

Hüftgelenksdysplasie (HD) beim Hund
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Bis jetzt noch keine Kommentare

  1. Birgit
    Juli 08, 20:36 Reply

    Ich denke, das beide nicht ganz verkehrt liegen. Wahrscheinlich ist sogar beides richtig

    • Judith
      Juli 08, 19:58 Reply

      Danke, Stephanie!
      Außerdem sollte man bedenken, dass Otto-Normal-Hundebesitzer seinen Hund nur dann auf HD bzw ED untersuchen lässt, wenn dieser irgendwelche Probleme hat, so dass es sehr wahrscheinlich ist, dass es auch HD/ED belastete Hunde gibt, die allerdings völlig beschwerdefrei sind.

      Einer Überbeanspruchung der Gelenke kann man durch Muskelaufbau vorbeugen, denn eine kräftige Muskulatur stützt den gesamten Bewegungsapparat.
      Außerdem benötigt ein Knorpel Bewegung, damit er mit Nährstoffen versorgt werden kann- es wäre also ein Trugschluss, den Hund/ Welpen aus Angst vor HD / ED jetzt nur in geringem Maß zu bewegen. Hier ist es allerdings wichtig, das richtige Maß zu finden.
      Als wunderbare Art des gelenkschonenden Muskelaufbaus bietet sich das Schwimmen an- durch den Auftrieb werden die Gelenke nicht belastet, der Wasserwiderstand erhöht die Muskelarbeit.
      Hier reichen am Ende dann bereits 10-15 min täglich (natürlich nur bei entsprechenden Temperaturen!!!!!!), wobei das Schwimmtraining langsam aufgebaut werden sollte.

      Letzte Anmerkung: Muskeln bauen sich aus Proteinen auf, will heißen, dass sich ein Muskel nicht oder nur schlecht aus einem kohlenhydratlastigen Futter, das überwiegend aus Getreide besteht, aufbauen lässt.

    • Martina Grosse
      Juli 08, 20:05 Reply

      Hallo Stephanie.

      Danke für deinen Link, ich kenne den Artikel, allerdings hat der Autor da vermutlich nicht völlig Recht.
      Die TiHo Hannover ist gerade dabei einen Gentest zu entwickeln, von demher gehe ich schon davon aus, dass die Genetik da mit verantwortlich ist (zu wieviel % ist fraglich)

      http://www.tiho-hannover.de/kliniken-institute/institute/institut-fuer-tierzucht-und-vererbungsforschung/forschung/forschungsprojekte-hund/hueftgelenkdysplasie-hd/

      Liebe Grüße

      • Judith
        Juli 08, 23:11 Reply

        Hallo Martina,
        was man allerdings bei der Genforschung bedenken sollte, ist, dass wenn die Mutterhündin bereits schlecht ernährt ist und dadurch bedingt eine HD/ ED aufweist, ihre Welpen zwangsläufig in den frühesten Entwicklungsstufen bereits ihre Nährstoffmängel mitbekommen. So können sich Knochenprobleme über Generationen fortpflanzen, ohne dass die genetik direkt etwas damit zu tun hätte. Des Weiteren sollte man bedenken, dass Mangelerscheinungen sich auch langfristig genotypisch manifestieren.

        • Martina Grosse
          Juli 09, 21:05 Reply

          Hallo Judith.

          Ich bin in der Genetik nicht fit genug um das bestätigen oder wiederlegen zu können und du rennst bei mir mit artgerechter Ernährung auch offene Türen auf.

          Ich bin bloß immer vorsichtig wenn es heißt, dass etwas zu 100% an dies oder jenem liegt. Ich war erst auf einer Fortbildung und dort hieß es, dass HD absolut genetisch vererbbar ist…in einem Buch eines guten Kollegen von ihm war es glaub zu 60%. Wem nun also glauben?

          Zum Thema „Muskelaufbau und Bewegung“. Ich formuliere deswegen das ganze eher zurückhaltend, weil ich hier immer wieder Welpenbesitzer sehe, die ihren Hund eine Stunde mit spazieren nehmen, dann noch mit einer Ballschleuder hin und her hetzen und daheim dann noch die Grundkommandos üben 🙂

          Ich selber halte mich ganz grob beim Welpen/Junghund an die 5-Minuten Regel, verfalle aber bestimmt nicht in Panik, wenn er mal länger unterwegs ist.

          Liebe Grüße

          Martina

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